Landwirtschaftsschule Schweinfurt, Abteilung Landwirtschaft
Aus dem Schulleben

Landwirtschaftsschüler suchen Unterkunft
Vom 21. Oktober bis 21. März 2020 findet das neue Wintersemester der Landwirtschaftsschule 2019/20 statt. Im neuen Semester sind drei Studierende, die für diese Zeit eine Unterkunft suchen.
Wer hat eine Ferienwohnung oder ein Apartment, das er für diesen Zeitraum vermieten kann? Bitte melden Sie sich unter Telefon 09721 8087-10 oder per E-Mail: poststelle@aelf-sw.bayern.de.

Schulschlussfeier 2019 unter dem Motto: "Unsere Natur - in guten Händen"

Schulschlussfeier Semester 2018/2019Zoombild vorhanden

Semester 2018/2019

18 Studierende sind 2017 gestartet. 13, darunter 3 Frauen, waren erfolgreich und sind auf dem Weg zur Meisterin bzw. zum Meister. Das Abschlusssemester 2018/19 war ein Semester der Vielfalt: Betriebsgrößen von 7 bis 320 Hektar sowie Ackernutzung von Getreide über Arzneimittelpflanzen bis zum Meerrettich. Auch die Tierhaltung war vielseitig vertreten.
Mit Susanne Reichert, Landkreis Haßberge, erreichte erstmals eine Absolventin die Traumnote 1,0. Ausgezeichnete Ergebnisse erzielten auch: Jasper Pleyer, Landkreis Würzburg, und Silke Schwarz, Ebern, (beide 1,71), Markus Düchs, Hopferstadt, und Sebastian Manger, Heugrumbach, (beide 1,85).
Wir wünschen allen einen erfolgreichen Abschluss der Meisterprüfung und eine erfolgreiche berufliche Zukunft, damit unsere Natur in guten Händen bleibt.

Studierende analysieren Biodiversität auf ihren Betrieben

Insekt auf Blüte
Fünf Studierende des 2. Semesters erarbeiten im Sommer 2019 im Rahmen ihrer Semesterarbeit Möglichkeiten, um die Biodiversität im heimischen Betrieb zu verbessern. Zunächst analysieren sie die Ist-Situation. Ziel ist, die biologische Vielfalt zu steigern. Dies geschieht durch insektenfreundliche Maßnahmen im Flächenmanagement wie die Aufwertung von Stilllegungsflächen, durch Ansaat von Honigweiden im Greeningbereich, die Gestaltung von Biotopverbunden durch Gewässerrandstreifen bzw. Feldrandstreifen und vor allem die Schaffung von Blühflächen.

Erzeuger-Verbraucher-Dialog 2018/19: Wertewoche zur Biodiversität

Blühende Wiese

© K. Marzini

Im Lehrplan der Landwirtschaftsschule Schweinfurt ist der Erzeuger-Verbraucher-Dialog ein wichtiges Thema. Deshalb findet seit einigen Jahren eine Wertewoche statt. Hintergrund: Verbraucher und Landwirte kommen seltener in Berührungen, daher nehmen die Studierenden den Informationsaustausch selbst in die Hand. Im Unterricht diskutieren sie im 1. und 3. Semester in der Öffentlichkeit stehende Brennpunkte wie Tierwohl, die Bedarf von Pflanzenschutzmitteln, die Bedeutung einer regionalen Vermarktung oder die gute Qualität unserer Lebensmittel.

Die Wertewoche im Überblick:

  • Die Studierenden lernen in diesem Rahmen, ihr landwirtschaftliches Handeln gegenüber dem Verbraucher zu erklären und die Hintergründe für bestimmte Vorgehensweisen aufzuzeigen. Es geht darum, den Beitrag der bäuerlichen Landwirtschaft für den Natur- und Artenschutz sowie den Erhalt unserer Kulturlandschaft bewusst zu machen.
  • Die Teilnehmerinnen des Lehrgangs "Qualifizierung in der Hauswirtschaft" spiegeln die Ansichten von Verbrauchern. Sie werden ebenfalls auf einen Dialog mit der Landwirtschaft vorbereitet. Zudem war Biodiversität ein Thema im Unterricht.
  • Höhepunkt der Wertewoche ist ein Erzeuger-Verbraucher-Dialog. Angehende Landwirtschaftsmeister diskutieren mit den Verbraucherinnen des Lehrgangs "Qualifizierung in der Hauswirtschaft".
Biodiversität im Fokus
Die vierte Wertewoche widmete sich der Biodiversität. "Der Verlust an Artenvielfalt geht jeden an und macht uns ärmer", so Herbert Lang, Leiter des AELF Schweinfurt. Jeder und jede sei gefordert. Lang stellte klar: "Aufgeräumte und versiegelte Flächen sind genauso schädlich wie intensive Landwirtschaft." Er hoffe, dass die jungen Menschen zu einer aktiven, kritische Generation heranwüchsen, die eine nachhaltige, ressourcenorientierte Landwirtschaft betreibe und die Artenvielfalt fördere. Zunehmend mehr Landwirte beteiligen sich nach Langs Aussage am Kulturlandschaftsprogramm und legen Blüh- oder Gewässerrandstreifen an. Diese blühenden Flächen seien ein Schritt, um der Entfremdung zwischen Landwirten und der Bevölkerung etwas entgegensetzen.
Unordnung bietet Lebensraum.
Anna-Katharina Paar von der Öko-Modellregion Oberes Werntal stellte ihre Initiative vor und warb für die Aktion "Blühpate", in der jeder eine Patenschaft für blühende Flächen übernehmen könne. Kornelia Marzini, Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, stellte geeignetes Saatgut vor und gab Anbautipps für Blühwiesen und Co. Egal ob auf dem Acker oder im Garten, großflächige Monokulturen und aufgeräumte Felder oder Beete böten wenig Lebensraum für Tiere. Bienen, vor allem die Wildbienen, bräuchten Pollenvielfalt. "Unordnung biete Lebensraum", betonte sie und motivierte: "Eine Bewusstseinsänderung betrifft die gesamte Gesellschaft. Aber Sie sind vor Ort. Überzeugen und argumentieren Sie!"

Themen und Ergebnisse der Diskussion

  • Viele Landwirtschaftsschüler haben Blühflächen oder Gewässerschutzstreifen. Damit liegen sie im Trend:
    • Im Landkreis Schweinfurt gab es 2018 bereits 300 Hektar Blühflächen, im Landkreis Haßberge 350 Hektar - Tendenz steigend.
    • Daneben wurden Schutzstreifen ausgewiesen.
    • Auch die Flächen, die ökologisch bewirtschaftet werden, steigen (5.810 Hektar Schweinfurt, 4.450 Haßberge)
  • Studierende der Land- und Hauswirtschaft diskutierten in Kleingruppen die Fragen: Wie betrifft der Rückgang der Biodiversität jeden einzelnen (Landwirte und Privatpersonen)? Wie können Partner gefunden werden, um gemeinsam etwas zu erreichen? Zum Beispiel sind Imker von Haus aus an Blühpflanzen für ihre Bienen interessiert, Jäger schätzen Flächen, in denen sich Rebhühner oder Hasen zurückziehen können.
  • Was bedeutet eigentlich Mulchen? Das war eine Frage, die geklärt wurde. In der Landwirtschaft ist der Begriff gängig, Privatpersonen stellen sich dagegen oft etwas anderes darunter vor.
  • Studierenden regten an, mit ihren Verpächtern zu reden. Manche hätten da noch einen anderen Ordnungssinn. Ihnen müsse der Zusammenhang erklärt werden.
  • Landwirtschaftsschüler Christoph Sterk erzählt von seinem Insektenhotel für Wildbienen im Garten.
Resümee
Landwirte und Privatpersonen sitzen in einem Boot. Jeder kann einen Beitrag leisten: Landwirte mit Blühflächen auf landwirtschaftlicher Fläche, Verbraucher durch Hecken und Blühmischungen im Hausgarten. Das Thema ist wichtig - die Kommunikation sollte weiter geführt werden.

Weitere Aktionen und Veranstaltungen

Lehrfahrt 2019: Aus der Vergangenheit lernen - Zukunft gestalten

"Europa: Aus der Vergangenheit lernen - Zukunft gestalten" - unter diesem Motto stand die Abschlussfahrt der Landwirtschaftsschule Schweinfurt im März 2019. Seit 2009 fahren das erste und dritte Semester gemeinsam mit dem Schulleiter Herbert Lang und den beiden Semesterleitern Joachim Dömling und Reinhard Bischoff zum Semesterende für drei bis vier Tage in die Ferne. 2019 ging es nach Brüssel und ins benachbarte Frankreich.
Dr. Jürgen Weis, Attaché an der ständigen deutschen Vertretung in Brüssel und zuständig für Landwirtschaft, stellte dar, wie in Brüssel Entscheidungen getroffen werden. Ohne Kompromiss könne es keine Einigung zwischen den 28 Staaten geben.
Unterschiedliche Interessen
Kommission, Rat und Parlament müssten als "Triangel" zu einer Entscheidung kommen. Dabei sei es mitunter für Deutschland selbst erst einmal nicht leicht, einheitliche Positionen darzustellen, da die Interessen von einzelnen Bundesländern sich durchaus unterscheiden.
Agrarpolitik aus erster Hand
Klaus Berend, Referatsleiter in der Generaldirektion für Pestizide und Biozide an der Kommission, stellte den Ablauf der Zulassung eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffes in der EU dar. Die Zahl der in der EU zugelassenen Wirkstoffe sei von 2011 bis 2017 um circa 20 % gestiegen. In Deutschland verringerten sich dagegen die zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Der Grund: die langwierige Überprüfung von bereits im EU-Ausland anerkannten Mitteln. Katrin Maria Rudolf von der Generaldirektion Politikperspektiven gab am Ende der Fachvorträge noch einen Ausblick auf die nächste Agrarreform.
Eine Führung durch das Europäische Parlament beendete den offiziellen Teil in Brüssel.
Betriebsbesichtigung bei ehemaligem Straubinger
In Frankreich besichtigten wir einen Landwirtschaftsbetrieb nördlich von Paris in der Picardi. Er bewirtschaftet 250 Hektar. Der ursprünglich aus Straubing stammende Florian Strube führt diesen Betrieb seit 2007. Wir erfuhren zahlreiche Besonderheiten der französischen Landwirtschaft. So ist es hier bereits seit sieben Jahren verpflichtend, vor jeder Sommerung eine Zwischenfrucht anzubauen. Es existiert in Frankreich ein sehr strenger Pächterschutz, und der Pachtmarkt ist staatlich eng reglementiert, so dass selten über 250€/Hektar Pacht gezahlt werden. Andererseits wird beim Verkauf landwirtschaftlicher Fläche diese zunächst an eine staatliche Stelle zwischenveräußert und von hier nach einem bestimmten Schlüssel an Landwirtschaftsbetriebe veräußert. Die Regierung möchte zukünftig eine strikte Trennung von Beratung und Verkauf im Pflanzenschutzbereich durchsetzen. Wirtschaftliche Zwänge und geringe Gewinnmargen sind hingegen ähnlich wie bei uns, ebenso Auflagen zum Schutz des Grundwassers.

Was können wir da lernen? Vielleicht helfen einige Aussagen von Betriebsleiter Florian Strube:

  • Man muss neue Entwicklungen erkennen und annehmen. Wichtig ist der Kontakt zu Nichtlandwirten – Florian Strube hat bisher noch keine schlechten Erfahrungen mit Nichtlandwirten machen können.
  • Man muss sich immer selbst einbringen – Florian Strube ist vor Ort anerkannt und respektiert, Mitglied im Vorstand einer Vermarktungsgesellschaft
Die Entscheidung seines Vaters 1989 in Frankreich einen Betrieb neu zu gründen, hat die Familie nie bereut.
Verdun
Verdun – eine Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Innerhalb von neun Monaten gab es 300.000 Tote auf beiden Seiten. In der Gedenkstätte ist heute noch alles erlebbar und gleichzeitig unfassbar. Hier wird auch jedem bewusst, wie wichtig und wertvoll die heutigen Beziehungen zu unseren westlichen Nachbarn sind. Verdun - ein Ergebnis, wenn man Europa einfachen Lösungen überlässt. Die Besichtigung der Gedenkstätte war der denkwürdige Abschluss unserer Lehrfahrt.

Risikovorsorge - was tun, wenn der Betriebsleiter ausfällt?

Risikovorsorge - was tun, wenn der Betriebsleiter ausfällt?
Krankheit, Unfall, Tod: Schicksalsschläge, die einem aus dem Leben reißen. In einem landwirtschaftlichen Betrieb kann der Ausfall eines Familienmitglieds, vor allem des Betriebsleiters, zu großen Schwierigkeiten führen und die Existenz bedrohen. Um für den Ernstfall bestmöglich vorgesorgt zu haben, veranstaltete die Landwirtschaftsschule Schweinfurt für Eltern und Studierende des 3. Semesters ein Seminar zum Thema "Betriebliches Krisenmanagement". Ein langjähriger Betriebshelfer berichtete von seinen Erfahrungen und den verschiedenen Notfälle, zu denen er bereits gerufen wurde. Seine Aufgabe am Betrieb ist es, die täglich anfallende Arbeit zu übernehmen. Dies wird oft durch fehlende Informationen wie Futterration, Sicherungen, Zugangsdaten, Telefonnummern etc. erschwert.
Doch welche Handlungen sind rechtlich überhaupt möglich? Über die vielfältigen Geltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten von Vollmachten und Verfügungen referierte der Schweinfurter Notar Dr. Dörnhöfer. Wie wichtig auch eine rechtlich abgesicherte Vorsorge ist, wurde den Anwesenden recht schnell bewusst. Auch das Thema Versicherungen wurde mit den jungen Unternehmern besprochen. Welches Risiko lässt sich sinnvoll absichern? In einer Gruppenarbeit wurde ein betrieblicher Notfallplan erarbeitet. Ob der Ernstfall eines Tages eintritt, kann nie vorausgesagt werden. Die Studierenden wissen nun jedoch zumindest, wie sie den betrieblichen Ablauf sichern können.

Der Thesenanschlag zu Schweinfurt

Der Thesenanschlag zu Schweinfurt: Anregung durch Reformationsjubiläum

Zettel mit Thesen an einer HolztürZoombild vorhanden

Der Thesenanschlag zu Schweinfurt

500 Jahre sind vergangen, seit Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug. Historisch nicht verbürgt, aber ein Ereignis, das die Welt veränderte. Das Reformationsjubiläum animierte unser Abschluss-Semester, 14 Thesen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln und in der Abschlussfeier öffentlich an die Tür zu nageln.
Wir erhalten und gestalten unsere Kulturlandschaft und bringen uns im Dorfleben ein
Rund 80 % von uns nehmen an Vertragsnaturschutzprogramm und Kulap teil, 100 % der Studierenden gestalten das Dorfleben aktiv.
Diese 14 Thesen sind ihnen Verpflichtung und Ansporn für ihr weiteres Berufsleben:
Wir stehen für nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft
Die sinkenden Nitratwerte in den Trinkwasserbrunnen gehen auch auf unsere Arbeit zurück.
Wir schonen die Umwelt durch gute fachliche Praxis
Wir wissen um die Zusammenhänge in der Natur.
Wir fördern die Biodiversität durch Brach- und Blühflächen
85 % der Studierendenbetriebe haben diese Maßnahmen.
Wir schaffen und erhalten Arbeitsplätze
Mehr als ¼ der Studierenden beschäftigen Mitarbeiter. Dazu kommen noch die Familien-AK und die vor- und nachgelagerten Bereiche.
Der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Tieren, vom Kalb bis zum Schlachttier, ist Grundlage unserer Rinderhaltung
Keine weiten Wege, viele haben den Tiertransportschein.
Rinderhaltung trägt zur Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft maßgeblich bei
Sinnvolle Grünlandpflege geht nur mit Raufutterfresser.
Einblicke in den Stall ermöglichen, unsere Erzeugung ist transparent
Tage des offenen Hofes, Besichtigung nach Anmeldung.
Durch Einsatz von Hornlosbullen kann auf das Enthornen der Kälber verzichtet werden
50 % der Studierenden setzen Hornlosbullen ein.
Wir versorgen die Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen und preiswerten Lebensmitteln
Unsere Produkte stehen für Qualität.
Wir müssen etwas ändern und der Bevölkerung die Tätigkeit der Landwirtschaft wieder näher bringen
Wir stehen für Kommunikation und Offenheit.
Wir müssen etwas ändern, da ein Miteinander angenehmer ist als ein Gegeneinander
Wir sind nur wenige im Ort, deshalb ist Zusammenhalt wichtig.
Wir denken und handeln in Verantwortung für Generationen
Auch wir wollen, dass unsere Kinder in einer lebenswerten Umgebung aufwachsen.
Wir müssen etwas ändern, da die Akzeptanz in der Bevölkerung verloren geht
Güllefahren am Wochenende in Ortsnähe muss nicht sein.
Wir engagieren uns schon. Sie auch? Das Abschluss-Semester 16/17

Abschlussfeier 2018

95 Jahre Landwirtschaftsschule Schweinfurt
Abschlussfeier 2018: Menschen ernähren statt Medien füttern

Alle 18 Studierenden, darunter zwei Frauen, haben es im 95. Jahr der Landwirtschaftsschule Schweinfurt geschafft. Sie erhielten ihre Zeugnisse und Urkunden als "Staatlich geprüfte Wirtschafter für Landbau" aus den Händen von Landrat Florian Töpper und Schulleiter Herbert Lang. Semestersprecher Peter Reitz aus Obersfeld (Lkr. Main-Spessart) lobte das Schulangebot: "Es war eine unglaubliche Zeit, die wir niemals missen möchten. Wir sind für das Unternehmersein bestens gerüstet." "Sie waren eine Klasse für sich", lobte Schulleiter Herbert Lang das Abschluss-Semester. Aus Anlass des 95. Geburtstages der Landwirtschaftsschule gab es für jeden Teilnehmer der Feier ein "Wasserschutzbrot".
Melissa Fischer aus Ettleben wurde Semesterbeste
Semesterbeste wurde Melissa Fischer aus Ettleben mit ausgezeichnetem Notenschnitt von 1,21 und einer sehr guten Wirtschafterarbeit.
Ihre praktische Meisterarbeit (Arbeitsprojekt) wird sie auf ihrem Ausbildungsbetrieb nahe Osnabrück erstellen.
Zweitbester wurde Klüpfel Robert, Steinfeld, Lkr. Main-Spessart mit 1,42 und Drittbester Wolf Patrick, Sachserhof, Lkr. Main-Spessart mit 1,78 Notendurchschnitt. Semesterdurchschnitt: 2,42. Die drei Besten erhielten einen Buchpreis des Landkreises Schweinfurt.
Viel Erfolg weiterhin.

Abschlussfeier 2017

Abschlussfeier 2017: "Wir machen Landwirtschaft – mit richtig viel Herz"

Die Abschlussfeier der Landwirtschaftsschule Schweinfurt 2017 zeigte, wie viel Freude am Schulbesuch die Gruppe hatte. 18 sind 2015 gestartet, 14 haben es geschafft und dürfen sich jetzt "Staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau" nennen. Drei haben sogar bereits die komplette Meisterprüfung abgelegt. Das außergewöhnliche Spektrum des Abschluss-Semesters war hoch, das beweisen diese Fakten:

Bester Abschluss der vergangenen 10 Jahre

  • Notendurchschnitt 2,38.
  • 1,74 Notenschnitt in der Arbeitsunterweisung - einmalig in fast 60 Jahren Meisterprüfung
  • Semesterstruktur
    • Ø 197 Hektar Landwirtschaftliche Fläche (LF) (34 ha bis > 1000 ha)
    • 30 % Öko-Betriebe (4)
    • 30 % mit 2 Ausbildungsberufen (4)
    • Ø Alter 24 (von 21 bis 39)
    • 30 % verheiratet (4)

Die Besten:

  • 1. Johannes Büttner, Krombach, Landkreis Aschaffenburg, 1,85 und Matthias Haupt, Willanzheim, Landkreis Kitzingen, 1,85
  • 3. Kevin Balling, Hollstadt, Landkreis Rhön-Grabfeld, 2,00

Besuch der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber

Dr. Anja Weisgerber am Rednerpult
Nach einem kurzen Überblick über ihre Arbeit im EU-Parlament und Bundestag beantwortete Weisgerber Fragen der Studierenden. Neben fachlichen Themen wie Düngeverordnung und Pflanzenschutzmittel-Verordnung nahm Weisgerber auch Stellung zur Gentechnik und TTIP.
Als Abgeordnete im EU-Parlament hat Weisgerber sich bei der Novellierung der Pflanzenschutzmittel-Verordnung dafür eingesetzt, dass Kosten und Nutzen abgewägt werden; denn „wenn unsere Landwirte nicht genügend Nahrungsmittel herstellen können, müssen wir auf Importe zurückgreifen, die bestimmt mit PSM belastet sind“.
Umsetzung von EU-Richtlinien
Kritische Töne schlug Weisgerber bei der Frage an, warum viele Bürger die EU als so bürokratisch empfinden. Sie stellt fest, dass die Beamten in der Europäischen Kommission keinen Bezug zur Basis haben – „sie müssen sich an der Basis ja auch nicht erklären“ – und dadurch teils „unsägliche Vorschläge“ eingebracht werden. „Brüssel kann eine Entbürokratisierungsmaschine sein.“ Bei Verordnungen, die unmittelbar in den Mitgliedstaaten gelten, ist das so. Wenn EU-Richtlinien jedoch in nationales Recht umgesetzt werden und die Mitgliedstaaten immer noch einen oben drauf setzen, entsteht das Mehr an Bürokratie tendenziell eher auf Länderebene. Deswegen setzt Weisgerber sich für eine 1:1-Umsetzung von EU-Richtlinien ein. „Aber manchmal ist eine Harmonisierung auf EU-Ebene auch nicht sinnvoll“, ergänzt sie mit Verweis auf die berüchtigten Ölkännchen.
Aufruf zum politischen Engagement
Politische Entscheidungen haben einen großen Einfluss auf die landwirtschaftliche Praxis. Deshalb forderte Weisgerber die künftigen Betriebsleiter/innen zu politischem Engagement auf und dazu, sich direkt bei den Abgeordneten für die Belange der Landwirtschaft einzusetzen.
Mulitiplikatorenwirkung der Studierenden
Auf die Frage der Studierenden zum Schluss, was Weisgerber dazu motiviert hat, unsere Landwirtschaftsschule zu besuchen, nennt sie neben der Verbundenheit zur Landwirtschaft ihr Ziel, Vorurteile gegenüber Politikern und der Politik abzubauen und hofft auf die Multiplikatorenwirkung der Studierenden. Dies können die Studierenden der Landwirtschaftsschule gut nachempfinden, sind doch auch sie in der öffentlichen Diskussion derzeit häufig mit Unverständnis und Vorbehalten konfrontiert.

"Erfolgreich auftreten" - Ein besonderer Seminartag unserer Landwirtschaftsschule

"Erfolgreich auftreten" lernen die Studierenden an einem besonderen Seminartag der Landwirtschaftsschule Schweinfurt
Der Inhalt einer Rede oder eines Beitrages zählt nur 7% der Gesamtwirkung! Das Äußere wie Körpersprache oder Kleidung machen 55 % der Wirkung aus und die Stimme zählt 38 %. Durch Rollenspiele und Übungen zum Blickkontakt, zur Gestik und zur Satzmelodie finden die Studierenden diese doch überraschende Aussage schnell bestätigt.
Knigge-Regeln beim Essen im RestaurantZoombild vorhanden

Beim Dinner 2018

Learning by Doing
Beim gemeinsamen Mittagessen werden die Knigge-Regeln angewandt. Gute Manieren geben Selbstbewusstsein, ob beim Geschäftsessen oder den Schwiegereltern. "Mehr aus Ihrem Typ machen" die angehenden Meister/innen am Nachmittag. Eine Farb- und Typberatung unterstreicht den eigenen Typ und fördert ein sicheres Auftreten. Dinner im Hotel Roß in Schweinfurt.
Teilnehmer des Seminars 2018 vor dem Hotel Roß in Schweinfurt

Seminarteilnehmer 2018

Teilnehmer 2017

Seminarteilnehmer 2017

Aussehen und Auftreten

Theorie und Praxis

Agrichange - Virtueller Flächentausch an der Landwirtschaftsschule

Flurbereinigung im Klassenzimmer

Der Erfolg von Verfahren zum freiwilligen Nutzungstausch hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab: Die Verbesserungen müssen für den Einzelnen sofort, das heißt noch während der Planungsphase, ersichtlich und nachvollziehbar sein, und jeder möchte in gleichem Maße profitieren. Im Programm Agrichange sind Tauschoperationen, die vom Landwirt selbst am Laptop durchgeführt werden, in ihren ökonomischen Auswirkungen sofort ersichtlich.
Simulations-Software AgriChange
Für die Studierenden bringt die Simulations-Software AgriChange den Gewinn, dass durch kooperatives Verhalten nicht nur die wirtschaftliche Situation des eigenen Betriebes, sondern auch die der gesamten Gemeinschaft verbessert wird. Wirtschaftliches Denken wird mit Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick verbunden.
Im Unterricht wird in Gruppenarbeit jedem Studierenden ein virtueller Betrieb zugeteilt, für den er im nachfolgenden Tauschverfahren verantwortlich ist. Ziel ist es, durch geschickten Flächentausch für jeden Einzelbetrieb und für die gesamte Gruppe möglichst hohe wirtschaftliche Effekte durch Reduktion von Fahrtstrecken und Einsparungen an Arbeitszeit zu erzielen.
Bilder: Ergebnisse
Flächen mit gleicher Farbe gehören jeweils dem gleichen Betrieb

Seminar am Volkersberg

Seminar am Volkersberg – ein wichtiger Bestandteil an der Landwirtschaftsschule

Persönlichkeitsbildung hat in der Landwirtschaftsschule Tradition.
Der Erfolg zeigt sich in der großen Zahl von Absolventen, die in öffentlichen Ämtern, in Organisationen und Verbänden, in der Gemeinde und im Betrieb vorbildlich wirken. Unsere Studierenden haben die große Bedeutung von sozialer und persönlicher Kompetenz von Anfang an erkannt und kehren jedes Jahr begeistert vom einwöchigen Persönlichkeitsseminar an der Landvolkshochschule zurück.
Studierender wird von mehreren anderen gehalten und greift nach Klebestift am Fußboden.Zoombild vorhanden

Gemeinsam zum Ziel

„Wir fuhren als Klasse dorthin und kamen ohne Ausnahme als Team zurück“, erinnert sich Ralf Schmitt.
Alexander Bönig erinnert sich an das Abenteuer Hochseilgarten: „Der Höhepunkt war der ,Sprung ins Nichts'. Auf einem etwa 30 cm breiten Pfahl in 10 bis 12 Metern Höhe stand man freihändig und musste ins Freie springen. Sicherheit gaben dabei die eigenen Studienkollegen. Hier war eine ordentliche Portion Überwindung gefordert. Vertrauen in die Anderen erzeugte eigenen Mut.“
Einen Vortrag halten? Kein Problem!
Ein Schwerpunkt des Seminars in Volkersberg ist die rhetorische Arbeit. Die Studierenden erlangen Sicherheit und Selbstbewusstsein, wenn es darum geht vor einer Gruppe zu sprechen. Eine gute Kommunikationsfähigkeit und ein sicheres Auftreten helfen in vielen Lebenslagen. Hier gilt es zunächst, die Hemmschwelle zu überwinden. Jeder kennt das mulmige Gefühl, wenn alle Augen auf einen gerichtet sind. Der verantwortungsvolle Umgang miteinander steht in Volkersberg ganz oben.

Abschlussfahrten

Abschlussfahrt Fachexkursion Österreich - Tschechien - Slowakei 2017

Ganz im Zeichen von Kultur und Landwirtschaft stand die Lehrfahrt der beiden Semester der Landwirtschaftsschule Schweinfurt 2018 nach Österreich, Tschechien und in die Slowakei. Das erste Ziel war der Landmaschinenhersteller Case/Steyr im österreichischen St. Valentin. Von der Montage der landwirtschaftlichen Maschinen bis zur Lagerung der fertigen Produkte auf dem Werksgelände, konnte der gesamte Entstehungsprozess während des Betriebsrundgangs miterlebt werden. Von St. Valentin ging es weiter in die Landeshauptstadt Wien.
Tschechien und Slowakei
Der zweite landwirtschaftliche Programmpunkt lag in Tschechien. Besucht wurde der 3.200 ha große Markfruchtbetrieb Statek Miroslav unter Leitung von Max Schmailzl. Dieser berichtete von seinen Erfahrungen einen Betrieb im Ausland aufzubauen und zu führen.
UNESCO Weltkulturerbe Stift Melk
Beim Besuch des seit 1089 ununterbrochen von Benediktinermönchen bewohnte Stifts Melk erlebten die Studierenden ein beeindruckendes Wahrzeichen des Glaubens und der Kultur (UNESCO - Weltkulturerbe). Nachhaltig in Erinnerung bleibt der Besuch der Waldland Natur GmbH nahe Zwettl mitten im Waldviertel. Dort werden Arznei- und Gewürzpflanzen wie Mohn, Mariendistel, Maispollen von 800 Vertragslandwirten verarbeitet und vermarktet. Eine Besonderheit ist auch die Produktion des afrikanischen Edelwelses.
Der dritte Tag startete mit einer Führung durch die Schlossanlage der Familie Esterhazy in Eisenstadt. Danach besuchte die Gruppe das Weingut Scheiblhofer in Andau, Burgenland. Der Betrieb bewirtschaftet 75 ha im Eigentum und bezieht zusätzlich Weintrauben aus der Umgebung. Daraus kreiert der Familienbetrieb Weine, die unter anderem unter den Namen Big John bekannt sind. Von der Qualität der Weine konnten sich die Teilnehmer bei der anschließenden Weinverkostung überzeugen. Gut gestärkt machte sich die Gruppe danach auf, den ökologisch wirtschaftenden Betrieb der Güterdirektion Schloss Halbturn zu besichtigen. Herr Ludwig, der Verwalter des 1.400 ha umfassenden Betriebes, erklärte sein Management und die seiner Meinung nach großen Herausforderungen des ökologischen Landbaus.
Landwirt des Jahres
Nach einem Stopp in der slowakischen Hauptstadt Bratislava besichtigte die Gruppe den Betrieb von Georg Mayerhofer im niederbayerischen Ortenburg. Der Landwirt des Jahres 2017 berichtete unter anderem über seine Konzepte zum Erosionsschutz, zu denen Gülle-Strip-till-Verfahren und Anbauversuche zu Zwischenfrüchten gehören.

Abschlussfahrt Fachexkursion nach Norddeutschland und in die Niederlande 2016

Die Abschlussfahrt 2016 führte die Studierenden nach Norddeutschland und in die Niederlande. In Harsewinkel besichtigten die Studierenden das Werksgelände der Fa. Claas, das zu den modernsten Produktionsstätten von Mähdreschern und Feldhäckslern weltweit gehört.
Familienbetriebe in den unterschiedlichsten Größen und Ausprägungen stellten den Mittelpunkt der Lehrfahrt dar. Auf dem Betrieb in Westfalen werden von der Betriebsleiterfamilie gemeinsam mit 3 Auszubildenden 140 Hektar bewirtschaftet. Die Tierhaltung umfasst 800 Zuchtsauen und 1300 Mastschweine.
Beim Lohnunternehmen in Langeweg bei Rotterdam beeindruckte neben der Beteiligung an einem großen Betrieb in Tschechien die Persönlichkeit des Betriebsleiters, sowie die Vielseitigkeit des Unternehmens und der Umgang mit Wirtschaftsdüngern. Nach erfolgter Gülleseparierung vermarktet der Betrieb den separierten Feststoff nach Polen, Deutschland und Frankreich zu einem Preis von 1 € je kg Phosphat. Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Produktionszweige beantwortete der Betriebsleiter stets mit "Minimal".
Die Stadtführung in Antwerpen, der Aufenthalt in Köln und die Besichtigung der Brauerei Krombacher rundeten die sehr vielseitige und interessante Lehrfahrt ab.