Jagd
Forstliches Gutachten 2018

Erfassung der Verjüngungspflanzen am Stichprobenpunkt

Erfassung der Verjüngungspflanzen
Foto: Fabian Hofmann

Die Bayerische Forstverwaltung erstellt seit 1986 alle drei Jahre die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung, kurz auch Vegetationsgutachten genannt.

Bevor die Forstlichen Gutachten erstellt werden, führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung im Vorfeld der Drei-Jahres-Abschussplanung für Rehwild von Mitte Februar bis Ende April eine Inventur der Waldverjüngung durch.

Dabei werden bayernweit über zwei Millionen junge Waldbäume untersucht, ob und wie stark diese durch Schalenwildverbiss (Rehwild, Rotwild, und andere) in ihrer Entwicklung beeinflusst sind.

Die Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung werden teilweise auch durch forstfachlich versierte Sachverständige unterstützt. Damit auch hier die Qualität der Aufnahme gewährleistet ist, findet vor dem Beginn der eigentlichen Inventurarbeiten eine gemeinsame Schulung aller Beteiligter statt.

Im Anschluß daran werden die Sachverständigen von den zuständigen staatlichen Revierleitern eingewiesen und stichprobenartig kontrolliert.

Ablauf der Inventur

Verjüngungsfläche mit StichprobenpunkteZoombild vorhanden

Verjüngungsfläche
Foto: Fabian Hofmann

Vor den eigentlichen Aufnahmen werden je Landkreis sogenannte "Auftaktveranstaltungen" angeboten, bei denen interessierten Jägern und Grundeigentümern das aktuelle Inventurverfahren an einer Fläche im Wald exemplarisch vorgestellt wird.

Die Außenaufnahmen der Inventur werden in den Hegegemeinschaften im Zeitraum von Ende Februar bis Ende April durchgeführt.

Die Auswertungen der Verjüngungsinventur für die Hegegemeinschaften wurden bereits an die Betroffenen versandt.
Die vor einigen Jahren eingeführten umfangreichen Zusatzauswertungen werden auch im Internetangebot der ÄELF veröffentlicht.

Anschließend erstellen wir das Forstliche Gutachten.
Die Forstlichen Gutachten sind für die an der Abschussplanung Beteiligten - Jagdvorstand, Eigenjagdbesitzer und Revierinhaber - ein wichtiges Hilfsmittel, um für die jeweils kommende Planungsperiode gesetzeskonforme Abschusspläne für das Schalenwild aufzustellen. Für die unteren Jagdbehörden stellen die Gutachten eine wesentliche Entscheidungsgrundlage bei der behördlichen Abschussplanung dar.

Ansprechpartner

Jürgen Hahn
AELF Schweinfurt
Cuspinianstr. 9
97422 Schweinfurt
Telefon: 09721 8087-2045
Fax: 09721 8087-2050
E-Mail: poststelle@aelf-sw.bayern.de

Weitere Informationen zu den Forstlichen Gutachten Bayern finden Sie unter:

Ergebnisse der Forstlichen Gutachten 2018

Im Zuständigkeitsbereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt liegen die Landkreise Schweinfurt und Haßberge.
Im Vergleich zum Gutachten von 2015 muss für den Bereich Schweinfurt in der Gesamtschaut eine bedenkliche Verschlechterung bei der Verbissbelastung festgestellt werden, die Situation in den Haßbergen bleibt weitestgehend auf dem Niveau von 2015. Nur in einem Fall verschlechtert sich die Verbisssituation erheblich.
Im Landkreis Schweinfurt muss anhand der Inventurergebnisse auch im aktuellen Gutachten für alle acht Hegegemeinschaften die Bewertung „zu hoch“ getroffen werden. War 2015 die Einwertung „zu hoch“ noch meist am günstigeren Ende dieser Stufe angesiedelt, so ist bei den aktuellen Gutachten festzuhalten, dass sich die Verbissbealstung teils so deutlich erhöht hat und dadurch die Einstufung „zu hoch“ häufig an der Grenze zu "deutlich zu hoch" liegt. Die aktuellen revierweisen Aussagen zeichnen häufig ein regional sehr differenziertes Bild, unterstreichen aber auch den negativen Gesamttrend. Die örtlich differenzierten Ergebnisse führen zu folgenden Empfehlungen für die Abschussplanungen. In drei Hegegemeinschaften wird ein Beibehalten, in vieren ein Erhöhen und in einer ein deutliches Erhöhen des Abschusses empfohlen.
Der Landkreis Haßberge liegt dagegen im bayernweiten Trend, wonach sich die Verbissbelastung wieder leicht erhöht hat. Für acht Hegegemeinschaften wird die Verbissbelastung als „zu hoch“ eingestuft. Für sechs Hegegemeinschaften konnte die positive Einwertung als „tragbar“ erfolgen. Im Vergleich zum Gutachten von 2015 mit sieben Hegegemeinschaften als „zu hoch“ und sieben Hegegemeinschaften als „tragbar“ verschlechtert sich das Verhältnis somit leicht. Als Empfehlung für die Abschussplanung wird in neun Hegegemeinschaften die Beibehaltung, in vier Hegegemeinschaften das Erhöhen und einer die deutliche Erhöhung des Abschusses empfohlen.

Ergebnisse 2018 für die Hegegemeinschaften im Landkreis Haßberge