Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität in den Landkreisen Schweinfurt und Haßberge

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

LEADER-Projekt für mehr Biodiversität
Blühender Landkreis Haßberge

Artenreiche Blumenwiese

© Bernhard Reiser

Um die Artenvielfalt im Landkreis Haßberge zu fördern, haben sich Vertreter der Gemeinden mit Imkern, Landwirten, Obst- und Gartenbauvereinen, Kreisfachberatern und Naturschützern in einem Aktionskreis zusammengeschlossen. Im Rahmen eines LEADER-Projektes sollen bisher ungenutzte und brach liegende Flächen in reich blühende Insektenparadiese verwandelt werden. Dafür gibt es 36.000 Euro Förderung. 

Weitere Informationen - Staatsministerium Externer Link

Erzeuger-Verbraucher-Dialog
Wertewoche zur Biodiversität

Blühende Wiese

© K. Marzini

Im Lehrplan der Landwirtschaftsschule Schweinfurt ist der Erzeuger-Verbraucher-Dialog ein wichtiges Thema. Deshalb findet seit einigen Jahren eine Wertewoche statt. Hintergrund: Verbraucher und Landwirte kommen seltener in Berührungen, daher nehmen die Studierenden den Informationsaustausch selbst in die Hand.   Mehr

Studierende analysieren Biodiversität auf ihren Betrieben

Insekt auf Blüte

Fünf Studierende des 2. Semesters erarbeiten im Sommer 2019 im Rahmen ihrer Semesterarbeit Möglichkeiten, um die Biodiversität im heimischen Betrieb zu verbessern. Zunächst analysieren sie die Ist-Situation. Ziel ist, die biologische Vielfalt zu steigern. Dies geschieht durch insektenfreundliche Maßnahmen im Flächenmanagement wie die Aufwertung von Stilllegungsflächen, durch Ansaat von Honigweiden im Greeningbereich, die Gestaltung von Biotopverbunden durch Gewässerrandstreifen bzw. Feldrandstreifen und vor allem die Schaffung von Blühflächen. 

Schwerpunkte

Acker und Grünland

Ein Acker dient der direkten Nahrungsmittelerzeugung. Durch die Bewirtschaftungsintensität und den jährlichen Fruchtwechsel sind Äcker sehr dynamische Lebensräume.
Grünland kann nur von pflanzenfressenden Tieren verwertet werden und trägt dadurch auch zur Nahrungsmittelerzeugung bei. Meistens existiert Grünland dort, wo es zu nass, zu trocken, zu steil oder die Bodentiefe nicht ausreichend für eine ackerbauliche Nutzung ist. Grünland ist eine Dauerkultur, die aus mehrjährigen Gräsern und Kräutern besteht.
Fast 1000 neue Einzelmaßnahmen in den Landkreisen Schweinfurt und Hassberge
Im Antragsjahr 2019 haben Landwirte im Dienstgebiet des AELF Schweinfurt insgesamt 541 Agrarumweltmaßnahmen (AUM)-Anträge mit insgesamt 969 Einzelmaßnahmen gestellt. Sie bewirtschaften damit ihre Flächen mit Methoden, die über die gute fachliche Praxis hinausgehen. Das Engagement der Betriebe übertrifft deutlich die gesetzlichen Vorgaben. Es trägt zum Klima-, Boden- und Gewässerschutz, der Artenvielfalt und zum Erhalt der Kulturlandschaft bei.

Maßnahmen der Betriebe:

  • Ein Großteil des Landkreises liegt im "Roten Gebiet" nach Düngeverordnung. Nachgefragt wurde deshalb insbesondere die Anlage von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen:
    • 239 Betriebe legen über 700 Streifen an.
    • Die vorhandenen Schutzstreifen haben damit eine Gesamtlänge von mehr als 200 Kilometern und eine Fläche von über 214 Hektar.
  • Die extensive Grünlandnutzung haben derzeit 425 (35 neu) Betriebe, die Umwandlung Acker in Grünland 171 (44 neu) Betriebe beantragt.
  • Die Anzahl der Ökobetriebe hat sich in 2019 um mehr als 10 % auf 315 Betriebe erhöht. Damit werden fast 14.500 ha im Dienstgebiet ökologisch bewirtschaftet. Das sind mehr als 16 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in beiden Landkreisen.
  • 141 Betriebe legen 2019 neue Blühflächen an, die insbesondere Lebensräume für Insekten und Futterquellen für Vögel darstellen. Der Bestand an Blühflächen stieg damit auf mehr als 860 Hektar.
Die alte Rasse "Gelbvieh" ist in unserem Landkreis noch heimisch. Die unterfränkische ursprüngliche Rasse "Gelbvieh" gibt es nur noch in wenigen Ställen.

Gewässerschutz: Demonstrationsbetriebe in den Landkreisen Schweinfurt und Haßberge

Gewässerschutz

© Kornelia Vogt

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie will bis spätestens 2027 für die Gewässer einen guten ökologischen Zustand erreichen. Die Landwirtschaft ist dabei gefordert, ihren Nährstoffeintrag zu reduzieren. Vier Betriebe in den Landkreisen Schweinfurt und Haßberge stehen beispielhaft für einen nachhaltigen, ressourcenschonenden Umgang mit Gewässern, Grundwasser, Boden und Klima.  

Demobetriebe

  • Obernöder Andreas, Mühlgrund 5, 97488 Stadtlauringen
    • Schwerpunkte: Biogas, Zwischenfruchtanbau, Mulchsaat bei Reihenkulturen, Gewässerschutz
  • Vierheilig Michael, Schraudenbach Klingenhof, 97440 Werneck
    • Schwerpunkte: Anbau durchwachsene Silphie, Zwischenfruchtanbau, Mulchsaat bei Reihenkulturen, Blühflächen, Gewässerschutz
  • Beiersdorfer Steffen, Dippach 6, 96126 Maroldsweisach
    • Schwerpunkte: Zwischenfruchtanbau, Mulchsaat und Direktsaat bei Reihenkulturen, Blühflächen, Gewässerschutz
  • Gräf GbR, Dorfstr. 24, 97486 Königsber
    • Schwerpunkte: Biogas, Zwischenfruchtanbau

Wildlebensraumberatung in Unterfranken

Feldhase

© M. Schäf

Der Wildlebensraumberater ist Ansprechpartner für Landwirte, Jäger und Jagdgenossen in Unterfranken. Ziel ist, Lebensräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft zu verbessern und zusammen mit den Beteiligten praktikable Lösungen zu finden.  

Wildlebensraumberatung in Unterfranken - AELF Karlstadt Externer Link

Artenvielfalt im Garten: Von Puppenräubern und Strauchdieben

Hornisse

Gärten sind nicht nur unser zweites grünes Wohnzimmer, sondern auch ein eigener Mikrokosmos an Vielfalt und Leben. Biologische Vielfalt geht alle an. Wer seinen Garten mit allerlei Getier teilt, tut etwas für die Natur und sich selbst.   Mehr

Bayerische Gartenakademie Externer Link

Haus- und Kleingarten - Landesanstalt für Landwirtschaft Externer Link